5.2.2007

Presse

Presse- und Internet-Echo zu:
Bundesweite Proteste und Gedenken auf den Bahnhöfen


BNN, Montag, 29. Januar 2007

Erinnerung an Auschwitz

me. Der 27. Januar, Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, wurde in über 20 deutschen Städten genutzt, um an die unrühmliche Rolle zu erinnern, die die Reichsbahn, das Vorgängerunternehmen der heutigen Bahn AG, während des Dritten Reichs spielte. In Karlsruhe organisierten der VVN-Bund der Antifaschisten und die Gewerkschaft Verdi mit Unterstützung der Jüdischen Kultusgemeinde vor dem Hauptbahnhof eine Gedenkveranstaltung für die Holocaust-Opfer, die von der Reichsbahn in die Vernichtungslager deportiert worden waren.

"Mit der Reichsbahn in den Tod" war auf einem Banner zu lesen, das die etwa 15 Mitglieder verschiedener antifaschistischer Organisationen sowie Gewerkschaftler auf dem Boden vor dem Hauptbahnhof ausgebreitet hatten. Dahinter symbolisierten Koffer mit den Aufschriften "Auschwitz", "Treblinka" und "Sobibor" die Endstationen, die Vernichtungslager. Die vielen weißen Schuhe auf dem Banner standen für die etwa drei Millionen unschuldigen Opfer, die die Reichsbahn in den Tod geschleust hatte.

Die Aktion sei auch ein Protest gegen den Bahnvorsitzenden Mehdorn, der sich bisher geweigert habe, auf den deutschen Bahnhöfen ein angemessenes Gedenken an die Opfer der NS-Massendeportation zuzulassen, erklärte Dietrich Schulze, Kreisvorstandsmitglied des VVN-Bund der Antifaschisten. "Die Reichsbahn war die rollende Vorhölle in das KZ", so Schulze. Die Bahn AG, als Nachfolgeunternehmen müsse sich dieser Verantwortung stellen. Doch die für 2008 geplante Wanderausstellung werde dem Thema nicht gerecht, da sie die Rolle der Reichsbahn beschönige und Tatsachen verschleiere. Es könne nicht angehen, dass allein die Bahn über die Inhalte der Ausstellung entscheide.

Veröffentlichung mit freundlicher Erlaubnis der BNN





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